Die beiden 64 Jahre alten Glasfenster, aus der Kapelle der ehemaligen Hauswirtschaftsschule der Fanziskanerinnen in Mautern, haben am 30. September 2026 ihren ersten Weg zur Wiederherstellung angetreten.

Hier ein kurzer Bericht von Matthäus Häupl

Kurz zur Vorgeschichte aus dem Jahr 1962

Die historisch bedeutende ehemalige Hauswirtschaftsschule in Mautern in der Steiermark, wurde damals von der Kongregation der Franziskanerinnen der Unbefleckten Empfängnis aus Graz betrieben. Die Schwestern wirkten dort über Jahrzehnte hinweg im Bildungs- und Haushaltsbereich.

Ende 2015 kaufte das Stift Admont das Gebäude gemeinsam mit der Caritas und baute es vorerst als Flüchtlingsquartier unter dem Projektnamen „Welcome Mautern“ aus. Dieses Hilfsprojekt wurde allerdings, aufgrund sinkender Asylwerberzahlen, im Jahr 2017 wieder beendet und so ist das Gebäude heute nur mehr ein ganz einfaches Wohnaus.

Im Jahr 1962 hatte P. Engelbert Häupl, als eine seiner ersten Arbeiten in Öffentlichkeit, die Ausgestaltung der Kapelle, mit zwei Glasfenstern, Altarkreuz, Tabernakal und Kerzenständer übernommen.

siehe Arbeiten in der Öffentlichkeit:

„Ausgestaltung der Klosterkapelle in Mautern / Stmk“

AKT 1 – „Die Wiederentdeckung 2026“

Im Zuge unserer Recherchen, haben wir Anfang des Jahres einen Tipp bekommen, dass die Glasfenster aus der Kapelle, im Jahr 2015 doch vor der Zerstörung beim Umbau gerettet worden sind und sich seither in einem Lager in Mautern befinden sollen. Das war natürlich gleich einmal die richtige Herausforderung für mich.

Ich bin der Sache also weiter nachgegangen und hab nach relativ kurzer Zeit auch einen Kontakt zu Andreas Hänsel aus Mautern herstellen können. Tatsächlich ist es ihm damals gelungen, mit Einvernehmen des neuen Besitzers Stift Admont, die Glasfenster in Eigenregie auszubauen und so vor der sicheren Vernichtung durch die Umbaufirma zu retten. Diese sind dabei allerdings teilweise zu Bruch gegangen und das war dem Umstand geschuldet, dass sie keine massiven Außenfenster waren, sondern nur in einer vorgebauten Wand eingelassen gewesen sind und so auch keinen Anspruch auf große Festigkeit hatten. Dennoch sind sie, bis auf ein paar kleine Teile, fast zur Gänze erhalten geblieben.

So war für mich auf einmal der Anspruch gegeben, diese Arbeit von Engelbert Häupl wieder ans Licht der Welt zu bringen, wie man so schön sagt. Ich habe erstmal versucht, alle möglichen Hebel in Bewegung zu setzen und mit verschiedensten Leuten Kontakt aufzunehmen, die einen direkten Bezug zu den Werken haben oder hatten.

So unter anderem auch mit der Glaswerkstatt im Zisterzienserstift Schlierbach in Oberösterreich. Dort hat mein Vater in der Zeit all seine Werke, die in Glas ausgeführt worden sind, herstellen lassen und so erschien mir dies als die beste Möglichkeit, die Restaurierung der alten Scheiben mit den Fachleuten dort umzusetzen.

Mit dem Prokuristen und Geschäftsführer Markus Grall habe ich auch gleich einmal den richtigen Ansprechpartner gefunden und er hat sich sofort bereiterklärt die Fenster bei seinem nächsten Einsatz in der Steiermark mitzunehmen und in der Fachwerkstätte zu begutachten und eventuell in weiterer Folge auch wieder herzustellen.

AKT 2 – „Der erste Weg zur Restauration“

am 30. September 2026

Am Mittwoch, den 30. September gegen Mittag war es dann soweit.

Die Glasfenster sind aus ihrem angestammten Platz im Zwischenlager in Mautern ausgezogen und haben die 100 Km lange Reise in das Stift nach Schlierbach angetreten.

Dort haben wir jetzt alle Möglichkeiten, um unter fachkundigen Händen die Restaurierung der Glasfenster anzugehen.

Bei der ersten Beurteilung, durch die Fachleute der Glaswerkstätte sind natürlich einige altersbedingte Schäden festgestellt worden. Dennoch dürften fast alle Teile der Glasfenster noch vorhanden sein. Ein endgültiger Zustandsbericht folgt demnächst.

Zwei Fakten stehen aber bereits jetzt schon fest. Zum einen sind die Farben, mit denen damals die Glasfenster gemalt worden sind, keine Glasmalfarben und darum auch nicht eingebrannt worden. Dies bedingt in weiterer Folge eine spezielle und schützende Konservierungsschicht der Sichtseiten. Zum anderen sind die Bilder auf sehr dünnem Glasfenster aufgebracht worden und müssen darum, um weitere Schäden zu vermeiden, auf einer transparenten Trägerplatte aufgeklebt werden.

Dennoch kann man feststellen, dass der Gesamtzustand, trotz der 64 Jahre, in einem bemerkenswert gutem Zustand ist. Dies verdanken wir einzig und allein der Rettungsaktion im Jahr 2015 durch Andreas Hänsel.

Darum auch mein allerbester Dank an Andreas Hänsel und natürlich auch an Markus Grall für die Überstellung nach Schlierbach.

Wie sollte es jetzt weitergehen?

Unser Ziel wäre es, diese Arbeiten von Engelbert Häupl auch für die Nachwelt zu erhalten und diese auch wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu ist aber vorerst leider noch einiges zu erledigen. Wir geben die Hoffnung allerdings nicht auf, dieses Projekt in näherer Zeit fertig umzusetzen und danach auch einen schönen neuen Platz für die Glasfenster finden zu können. Wert wäre es sicherlich.

Notwendige weitere Schritte um die Glasfenster wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

  • Beurteilung des derzeitigen Erhaltungszustandes und Zuordnung der Einzelnen Teile
  • Wiederherstellung der Glasplatten und Verklebung auf einer Trägerglasplatte
  • Konservierung und Versiegelung der oberen Malschichten
  • Herstellung und Einbau der fertigen Scheiben in einen hölzernen Leuchtkasten
  • Interessenten und einen geeigneten Platz finden, an dem die 64 Jahre alten Fenster wieder wertgeschätzt präsentiert werden können.

Falls Sie jetzt Interesse haben und uns bei diesem Projekt unterstützen möchten, können Sie mich jederzeit unter der angeführten Email-Adresse erreichen:

Kontakt zum Bereich Engelbert Häupl: matthaeus-haeupl(at)artworks-haeupl.at

Anmerkung am Rande:

Die Glasfenster haben wir also schon einmal wiedergefunden.

In dem Nachlass meines Vaters ist auch noch einer der vier kleinen Kerzenständer, die auf dem Altar stehen, aufgetaucht. Dieser ist derzeit noch in meinem Besitz.

Jedoch fehlen mir bis heute noch jegliche Informationen über den Verbleib der restlichen Arbeiten, die zu der Gesamtausschmückung der Kapelle gehört haben.

TABERNAKEL – GROSSER KERZENSTÄNDER – ALTARKREUZ

Für mich, bzw. für die Dokumentation des Gesamtwerkes meines Vaters, wäre es natürlich sehr interessant, ob diese noch existieren und wo sie sich heute befinden.

Kerzenständer klein
Kerzenständer & Tabanakel
Tabernakel
Altarkreuz

Wenn Sie zum Verbleib dieser weiteren Objekte aus der Kapelle zufällig Informationen haben, würden wir uns auch hier über eine Nachricht via Email freuen.

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